Studie: Online Newsroom & Social Media von Unternehmen weitgehend unterschätzt | Corporate Quellen

Eine umfangreiche Studie in der Medienbranche gibt überraschende Erkenntnisse zur Nutzung von Online Newsrooms und Social Media. Dabei zeigt sich, dass die klassischen Multiplikatoren aus Print, TV, Radio und Internet zum Grossteil schon viel weiter sind, als die Unternehmen selbst. Unternehmen ohne Online Newsroom verschenken damit heute tagtäglich mediale Aufmerksamkeit und mediale Berichterstattung.

Die Kommunikationswege, -kanäle und Informationsbedürfnisse verändern sich stetig. Manchmal viel schneller als man denkt. Während die meisten PR-Agenturen noch massenweise unangefordert Pressemitteilungen in der ganzen Welt herumsenden, arbeiten die angepeilten Zielgruppen schon ganz anders, um an die für sie relevanten News und Inhalte zu kommen.

Die jährliche Erhebung der TEKgroup International zeigt dabei überraschend deutlich, wie Journalisten und Reporter ihre Informationen über Unternehmen heute beziehen und beziehen möchten. Für mediaquell als Newsroom Anbieter zeigt dies, wie wichtig es ist, die Unternehmen und Agenturen über die raschen Veränderungen aufzuklären. Wir haben daher die zentralen Ergebnisse der Umfrage hier aufbereitet:



2009 haben etwa 3’000 Journalisten, Redakteure und Reporter von Print-, TV-, Radio- und Internet-Medien an der umfangreichen Studie teilgenommen. Themen waren die Bedeutung und Nutzung von Online Newsrooms von Unternehmen, die genutzten und bevorzugten Kanäle für die Informationsbeschaffung, sowie der Stellenwert von Social Media der Unternehmen für ihre Arbeit.

98 % der befragten Multiplikatoren finden es laut der Studie heute wichtig, dass ein Unternehmen einen Online Newsroom hat (60 % davon sogar „sehr wichtig“).
Die Umfrageergebnisse zum Erhalt von Nachrichten (E-Mail, RSS-Feeds etc.),den gewünschten Medienformaten (Fotos, Videos, Audio etc.) sowie zu den neuen Kommunikationskanälen (Facebook, YouTube, Twitter etc.) zeigen auch, warum die klassische Presseseite den steigenden Anforderungen nicht mehr genügt.

Ein Online Newsroom als zentrale Plattform für News, Nachrichten, Informationen und andere Inhalte ist u.a. daher für die Multiplikatoren so attraktiv, da sie dort alles auf einen Blick erhalten. 78 % geben dann auch an, sie besuchen „sehr oft“ oder „oft“ den Online Newsroom eines Unternehmens, während nur gerade 2 % ihn gar nie benutzen.
Die Annahme, dass ein Online Newsroom nur für Global Player und grosse Unternehmen wichtig sein könnte, wird nicht bestätigt. Die Multiplikatoren unterscheiden nicht zwischen grossen, mittleren oder kleinen Unternehmen.

Gleichzeitig geben die Journalisten, Reporter und Redakteure an, dass wohl in Zukunft jedes Unternehmen einen Online Newsroom haben wird (65 % Ja, 29 % Vielleicht, 3 % Nein, 3 % Weiss nicht).

Ob der Newsroom im Corporate Design gehalten ist, ist für 34 % unwichtig und für 31 % nur bedingt wichtig. 35 % halten hingegen die Gestaltung im Unternehmenslook für wichtig (23 %) oder sehr wichtig (12 %).

Bevorzugte Methoden, um Nachrichten zu erhalten

Dass der klassische Versand von Pressemitteilungen an die Redaktionen nicht mehr dem Zeitgeist entspricht, liessen nicht nur kürzlich Journalisten und Redakteure namhafter Medien am Kommunikationskongress 2009 in Berlin durchblicken, sondern zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen.

97 % erhalten aktuelle Informationen bevorzugt per
Newsroom E-Mail Alert
.


79 % bekommen am liebsten nur die Nachrichten, für die sie sich interessieren. 21 % hingegen wünschen alle News zu erhalten.

Ein jährlich kontinuierlich wachsender Teil von Medienleuten nutzt zudem zum Nachrichtenempfang RSS-Feeds. 62 % stufen daher RSS-Feeds unter wichtig ein. Nur noch 38 % finden News-Feeds (noch) als unwichtig.

Was suchen die Multiplikatoren für Inhalte?

Klassische Pressemitteilungen zum Download bereitzustellen reicht schon längst nicht mehr aus. Schon heute sind Bilder, Videos und Hintergrundinformationen auch bei den klassischen Multiplikatoren nicht mehr wegzudenken. Das Wachstum der Online Medien, sowie die neuen Multiplikatoren (Blogger, Kunden etc.) werden die Nachfrage nach den unterschiedlichsten multimedialen Inhalten auch in Zukunft noch weiter verstärken.

Für 93 % der Journalisten und Reporter ist es wichtig, dass sie Zugang zu Hintergrundinformationen haben (sehr wichtig 30 %, wichtig 39 %, weniger wichtig für 24 %, nicht wichtig 7 %).

98 % wollen Archive durchsuchen können. 51 % der Befragten finden daher eine Archiv-Suche für sehr wichtig, 36 % für wichtig und weitere 11 % für weniger wichtig aber nicht unwichtig.

Mit 91 % ebenfalls sehr wichtig sind ihnen ein Hilfe/FAQ-Bereich (29 % sehr wichtig, 34 % wichtig, 28 % weniger wichtig, nicht wichtig für 9 %), sowie ein Kontaktformular für Informations-/Interview-Anfragen (32 % sehr wichtig, 29 % wichtig, 25 % weniger wichtig, nicht wichtig für 14 %). Aber auch direkte Kontaktmöglichkeiten zu PR-Verantwortlichen (für 98 %, davon für 70 % sehr wichtig) und deren Telefonnummer (für 90 %, davon 48 % sehr wichtig und 24 % wichtig).

Weitere Bereiche, welche die Multiplikatoren interessieren sind Finanzinformationen (für 34 % sehr wichtig, für 30 % wichtig, 21 % weniger wichtig, uninteressant für 15 %) und Zugang zu Unternehmensveranstaltungen (für 23 % sehr wichtig, für 37 % wichtig, 29 % weniger wichtig, für 11 % unwichtig).

Darüber hinaus finden 92 % den Zugang zu Produktinformationen für wichtig (davon 35 % für sehr wichtig, 37 % für wichtig). 88 % hat zudem gerne Zugang zu Biographien.

Ressourcen und multimediale Inhalte sollten für Journalisten und andere Multiplikatoren ebenso bereitgestellt werden. Denn 91 % wünschen Zugang zu Fotos (für 51 % ist dies sogar sehr wichtig, für 26 % wichtig, 14 % weniger wichtig und nur für 9 % unwichtig), 78 % wünschen Zugang zu Videos (für 17 % sehr wichtig, für 28 % wichtig, 33 % weniger wichtig, für 22 % nicht wichtig) und 62 % suchen Zugang zu Audio-Formaten (für 10 % sehr wichtig, 17 % wichtig, 35 % weniger wichtig, nicht wichtig für 38 %).

Die wachsende Bedeutung von Social Media im Medienbereich

Social Media ist nicht nur eine Kommunikationsform mit Kunden, sondern laut Studie auch immer stärker für klassische Multiplikatoren interessant. Und hier zeigt sich, dass Online Newsrooms für Journalisten und Reporter nicht nur wegen den verschiedenen Info- und Medienformaten attraktiv sind, sondern weil sie auch Zugang zu externen Plattformen, Social Media Netzwerken und Profilen des Unternehmens bieten.

Nicht nur die direkt im Newsroom enthaltenen Informationen sind daher für die Multiplikatoren von Interesse, sondern auch externe Quellen des Unternehmens. 84 % der Befragten wünscht daher auch Zugang zu externen News. 36 % finden dies „wichtig“ und 16 % sogar „sehr wichtig“. Weitere 32 % finden es ebenfalls nicht uninteressant und daher manchmal für wichtig.

So finden bereits heute 72 % eine Zugangsseite zu Social Media des Unternehmens für interessant. Für 41 % ist es bereits heute „wichtig“ (29 %) oder „sehr wichtig“ (12 %). Weniger wichtig aber nicht unbedeutend ist es zudem schon für weitere 31 % der Befragten.

Die Nutzung der Social Media von Unternehmen durch die Multiplikatoren steigt Jahr um Jahr weiter an. Dabei zeigt sich, dass Soziale Netzwerke und Social Media Inhalte nicht nur verstärkt zu Recherchezwecken herangezogen werden, sondern die News und Aktivitäten der Unternehmen auch direkte Auslöser für die mediale Berichterstattung sein können.

Bereits etabliert scheinen sich Corporate Blogs zu haben. Die Weblogs von Unternehmen werden von 89 % der Multiplikatoren zu Recherchezwecken besucht. 43 % besuchen dabei die Blogs oft (33 %) oder gar sehr oft (10 %), sowie weitere 46 % ab und zu.

Die Bedeutung von Fanpages und YouTube Accounts nehmen unter den Befragten ebenfalls zu. 14 % besuchen bereits oft oder sehr oft die Fanpage eines Unternehmens auf Facebook, ebenso wie 14 % den YouTube Kanal von Unternehmen oft/sehr oft aufsuchen.

Besuch auf Facebook Unternehmensseite:
2 % Sehr oft, 12 % Oft, 44 % Nicht oft, 42 % Nie

Besuch des YouTube Account:
2 % Sehr oft, 12 % Oft, 43 % Nicht oft, 43 % Nie

Weniger interessant ist MySpace für die Medienleute. Nur 7 % sind dort sehr oft oder oft auf der Unternehmensseite unterwegs. 29 % ab und zu, während 64 % nie auf der MySpace Seite vorbeischauen.

Sehr interessant ist die Entwicklung des Kurznachrichtendienstes Twitter für die Unternehmenskommunikation. Nicht nur, dass immer mehr Journalisten und Reporter live News über den Twitter Account eines Unternehmens empfangen, sondern auch, dass die Kurznachrichten öfters auch Ideen-Lieferanten für Artikel-, Nachrichten- oder andere mediale Beiträge über das Unternehmen sind. Das Corporate-Gezwitscher ist damit als Input-Geber nicht zu unterschätzen.


38 % der Befragten erhalten definitiv (7 %) resp. möglicherweise (31 %) bereits News über den Twitter Account eines Unternehmens.

5 % finden heute schon in den Corporate Tweets Ideen für mediale Beiträge und weitere 25 % schliessen es nicht aus.

Fazit für Unternehmen und Agenturen

Das Informationsbedürfnis in der Medienbranche ist vielfältiger geworden. Online Newsrooms sind ein durch die Unternehmen weitgehend sträflich unterschätztes Kommunikationsinstrument. Während sich die verschiedenen Medien in den letzten Jahren kontinuierlich verändert haben, ist dies an den Unternehmen und Agenturen weitgehend unbeachtet vorbeigegangen. Die klassischen Multiplikatoren, welche früher ihre Nachrichten aus vollgepackten Pressemitteilungen schöpften, benutzen heute andere, leicht zugängliche und 24 h verfügbare Informationskanäle. 98 % der Medien-Multiplikatoren finden es daher wichtig, das Unternehmen ihnen einen Online Newsroom bieten. 78 % besuchen sehr oft oder oft den Online Newsroom eines Unternehmens. Den Zugang zu den vielfältigen Inhalten, Schnittstellen und externen Kanälen, wie auch die bequemen automatischen News-Alerts über E-Mail und RSS-Feed machen die Medien-Plattform zu einem attraktiven und effizienten Hilfsmittel für die Multiplikatoren.

Unternehmen die möchten, dass medial über sie kommuniziert wird, müssen sich den Multiplikatoren anpassen. Wer nicht im Internet Präsenz zeigt, aktiv ist und auch weiterhin nicht laufend einfach zugängliche Inhalte per Online Newsroom bereitstellt, wird an der Realität und damit bei den alten wie neuen Multiplikatoren scheitern.

Danke an mediaquell für die ausführliche Studie!

Eine umfangreiche Studie in der Medienbranche gibt überraschende Erkenntnisse zur Nutzung von Online Newsrooms und Social Media. Dabei zeigt sich, dass die klassischen Multiplikatoren aus Print, TV, Radio und Internet zum Grossteil schon viel weiter sind, als die Unternehmen selbst. Unternehmen ohne … Posted via web from ennome’s eindrücke

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